Aarhus, the place Tobi.
Sonntag, 10. März 2013
Mittwoch, 26. Dezember 2012
"Happy X-mas."
Buddha
Zurück aus Aarhus habe ich solch tolle Resonanz auf den Blog bekommen, da dacht ich mir: mal wieder ein kleines Video als großes Dankeschön!
Stille Nacht in meiner Interpretation (unmöglich ein Video ohne irgend eine Unterbrechung zu machen...dieses mal galt der Ruf "Tobi!?" einer Aufforderung ein Salatdressing zu machen...Versionen zuvor wurden durch fallende Steinbohrer, Telefon, Familienterz manipuliert... Danke jedenfalls an den großartigen Kameramann, den ich meinen Schwager schimpfen darf; man sieht sich bei der Grammy Verleihung)
Hoffe ihr hattet ein paar wunderbare Tage und kommt gut ins neue Jahr!
Bis bald
Tobi
My dear friends from Aarhus: Merry Christmas! Miss you guys, hope you enjoyed your holidays.
See you soon!
Yours
Tobi
Mittwoch, 19. Dezember 2012
„Und wenn ich wüßte, daß morgen
die Welt unterginge, so würde ich doch heute mein Apfelbäumchen
pflanzen.“
Ernst Kumpf
3 Tage bis zum Weltuntergang, krass,
das ging mal wieder schnell. Passend dazu steht auch das Ende meiner Erasmuszeit an. Sitz, wie ein Iltis stinkend, völlig übermüdet
mit fünf riesigen Gepäckstücken (wär ich doch nur ein Hindugott mit
mehr als 2 Armen...) in meinem ICE zurück nach Deutschland. Hinter mir
in Aarhus lasse ich meine ziemlich frische "Heimeligkeit" und vor allem
viele Leute, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Natürlich lasse
ich auch meine ganzen Störfaktoren der letzten Monate hinter mir.
Wie zum Beispiel der verfluchte Bus, der mich jedes mal 40min in die
Stadt gekostet hat (40*2(hin und zurück)*4(mal in die Stadt pro
Woche) *4 (Wochen im Monat)*4 (Monate) =5120min=85,3h=3,5 Tage!!!!
Nur im blöden 4A Brabrand..sei verfucht Midtraffic!!!), der
überteuerte Brucksensupermarkt oder auch die Hausmeister des
Wohnheims, die nur so auf jede Möglichkeit warteten eine Rechnung
aus zu stellen. Aber schon jetzt verblassen diese Erinnerung gegen
das wunderbare große Ganze, das nun hinter mir liegt. Die letzten
Tage waren schön, aber sehr seltsam. Peu a peu, langsam aber sicher,
mit jedem Freund der abreiste rückte das Ende näher. Dieses
bedrückende Gefühl stand aber stets im krassen Gegenteil mit einer
Weihnachtsvorfreude der ganz besonderen Art. Endlich die Liebsten
daheim wiederzusehen. Das Ganze wurde gepushed von einem riesigen
Weihnachtsbaum in meinem Apartment und ständig laufender
Weihnachtsbeschallung durch Dani (ja, dank den letzten Jahren in der
Neugasse hat sich Maria Carey's „All I want for Christmas“ für
mich zu einer Weihnachtsgefühlinstantpille entwickelt). Nun denn,
genug der Gefühlsduselei.
| Unser Weihnachtsbaum |
Tobi
ps. Ich hatte einige Blogartikel
verfasst, allerdings bisher nicht hochgeladen, die werde ich die Tage
nachreichen!
Dienstag, 20. November 2012
"Eine Aufgabe auszuwählen, während man gleichzeitig eine andere in
Wartestellung bringt, bedeutet Prioritäten setzten. Dies ermöglicht
den Menschen eins nach dem anderen die Punkte von der Aufgabenliste zu
streichen. Procrastination ist es, wenn man diese Liste ständig
umorganisiert, sodass wenig oder überhaupt nichts von ihr erledigt
wird."
Mandy M., Mitarbeiterin Bafögamt Kiel
Aufatmen. Bald gibt es wieder einen richtigen Bericht aus Aarhus, leider habe ich zur Zeit viel um die Ohren. Um die Zeit zu überbrücken gibt es hier mal ein paar Bilder eines Ausflugs. Mit dabei sind meine Mitbewohner Anissa und Ovidiu.
Als ich vor zwei Wochen am Samstag morgen um 11 Uhr morgens verschlafen aus meinem Zimmer trottete saßen die beiden, sichtlich gezeichnet vom vorigen Abend, im Gemeinschaftsraum und begrüßten mich im euphorischen Chor mit den Worten: "LETS START A MOVEMENT!!!" (die ultimative Insiderphrase in unserem Haus).
Wie sich herausstellte hatten beide die Nacht durch gefeiert, aber die Müdigkeit trübte ihren Tatendrang in keiner Weise. Keine Frage: Übermüdete Mitbewohner sind lustig, also willigte ich ein. Wir entschieden uns für einen Spaziergang am Meer, aber seht selbst:
Mandy M., Mitarbeiterin Bafögamt Kiel
Aufatmen. Bald gibt es wieder einen richtigen Bericht aus Aarhus, leider habe ich zur Zeit viel um die Ohren. Um die Zeit zu überbrücken gibt es hier mal ein paar Bilder eines Ausflugs. Mit dabei sind meine Mitbewohner Anissa und Ovidiu.
Als ich vor zwei Wochen am Samstag morgen um 11 Uhr morgens verschlafen aus meinem Zimmer trottete saßen die beiden, sichtlich gezeichnet vom vorigen Abend, im Gemeinschaftsraum und begrüßten mich im euphorischen Chor mit den Worten: "LETS START A MOVEMENT!!!" (die ultimative Insiderphrase in unserem Haus).
Wie sich herausstellte hatten beide die Nacht durch gefeiert, aber die Müdigkeit trübte ihren Tatendrang in keiner Weise. Keine Frage: Übermüdete Mitbewohner sind lustig, also willigte ich ein. Wir entschieden uns für einen Spaziergang am Meer, aber seht selbst:
| Der Herbst in den dänschen Wädern: Wunderschön! |
| Das allgemeine dänische Herbstwetter: nicht so schön! |
| Eine verschmutzte Kameralinse: auch nicht so schön. |
| Industriehafen Aarhus..schön?! |
| Typische Villa im reichen Strandbezirk |
| Zwischendrinnen immer mal wieder ein bisschen Tradition |
| ...und Eulen.. |
| ...und Schlösser... |
| Anissa aus Frankreich und Ovidiu aus Rumänien |
| Wunderschöner Park, im warmen Herbstrot |
| Jahaa, das links bin ich! |
| Der Steg des Winterbadevereins |
| Winterbadeverein?! JA!! WINTERBADEVEREIN!..verrückte Dänen.. |
| Die beiden haben in ihrer Katerstimmung während unserer Tour 1 kg Studentenfutter verschlungen |
| Direkt um die Ecke ein Wildpark mit sehr zutraulichen Tieren |
| 0.o |
| ...so schön... |
| SO SCHÖN VERDAMMT!!! |
Montag, 5. November 2012
"En julebryg er en særlig øl, som bryggerierne sender i handelen i tiden op til jul."
Lukas, Kapitel 2, Vers 7
Lukas, Kapitel 2, Vers 7
Mich gibt es noch: Heureka! Ich besitze zwar nicht die Schädelbreite von Archimedes aber zur Phrenologie kommen wir später.
Viel gibt es zu berichten. Ich
gebe mal einen Abriss meiner letzten Tage:
Ich war ziemlich im Streß, da ich ein
Paper über den Mutiny 1857 in Indien schreiben musste. Tolle
Erfahrung mal sowas auf Englisch zu schreiben (mein erstes Mal), war mit meinem
Resultat nicht ganz zufrieden, aber es hat meinen Ehrgeiz geweckt. Um
Ehrlich zu sein freue ich mich schon Ende November mein zweites Paper
zu schreiben. Zurück zum Thema. Wie gesagt, ich habe viel geschrieben, am
Donnerstag mein Werk abgegeben und bin dann in ein typisches Erasmuswochende
gestartet.
Wie sieht so ein Wochenende aus? Ich
werde versuchen euch einmal hierher mitzunehmen.
Donnerstag (ja, das Wochenende startet hier schon Donnerstags)
Nun gut, Donnerstag Abend gab es ein
paar Häuser weiter eine Überraschungsparty für eine Freundin
inklusive Spaghetti Carbonara für alle ca 40 Gäste und
dazu Unmengen an verdammt guten Schoko-Kuchen mit flüßigen Schokokern. Super sach, grad für'd junge Leud.
Die Überraschung schlug bei dem Geburtstagskind ein wie eine Bombe. Wir hatten auch entsprechende Vorarbeit geleistet und ihr die ganze Zeit unterschwellig eingeredet, dass der Geburtstag doch gar nichts so wichtiges ist, und sie hier doch eh niemanden hat mit dem sie feiern könnte. Ohne auflösende Party wäre das arme Ding wohl noch an Minderwertigkeitskomplexen verendet.
| SCHOKOKUCHEN. |
| Geburtstagskind mit Freudentränen in den Augen (wahrscheinlich wegen des Schokokuchens) |
Danach ging es in die Australian Bar:
Der Ort aller Austauschstudenten. Eine tolle Bar/Disko, wenn auch nicht ganz ohne. Wieso? Beim ersten Mal muss man sich registrieren: Via Ausweis, Bild und
Fingerabdruck. Bei jedem weiterem Besuch muss man am Eingang nur seinen Finger
auf dieses Gerät legen (wie man es vom Flughafen kennt) und wird
dann anschließend vom Türsteher mit Namen begrüßt. Gruselig. Würde mich eigentlich
normalerweise niemals auf so etwas einlassen, aber: es kostet keinen
Eintritt und es gibt dort bis auf zwei Tage in der Woche zwischen 23
und 24 Uhr Freibier. Und das wirklich soviel man will aber vor allem
trinken kann. Mal ganz Ehrlich, da vergisst man schon einmal gerne seine Ideale. Es
handelt sich hier um dänisches Royal Bier, unliebevoll aus Pitchern
ausgeschenkt. Man sollte sich gar nicht erst die Hoffnung eines
prickelnden Biererlebnisses machen, man würde nur maßlos enttäuscht
werden. Das Beste an diesem Bier ist, dass es kalt ist (warm wäre es
absolut ungenießbar) und vor allem: Es ist umsonst!!
Da nur eine Stunde "Happy Hour" verbleibt kann man
oft bei verzweifelten Studenten eine, nennen wir es mal
„Druckbetankung“ beobachten. Die Musik ist gemischt, teils ganz
gut.
| Kompletter Bus gefüllt mit den Gästen der Überraschungsparty auf dem Weg zur Australian Bar |
| Australianbar |
Freitag:
Erst einmal war ich körperlich sehr neben der Spur. Abends stand meine Geburtstagsnachfeier an. Ich hatte neben
meinen Mitbewohnern noch einige Freunde zu einem großen deutschen
Essen eingeladen. Um die Mengen an Lebensmitteln auch bezahlen zu
können entschied ich mich im Vorfeld für ein vegetarisches Essen:
Knödel mit Pilzrahmsoße, glasierte Karotten und Rotkohl. Zum
Einkaufen ging es dann zum Bazar West: Meine Neuentdeckung hier schlecht
hin. Wie ich euch bereits geschildert habe liegt mein Wohnheim
ziemlich außerhalb der Stadt, am Rande der Natur. Zwischen dem Wohnheim und
der Stadt findet man eine Art „Ghetto“. Den Migrationsanteil der
Bewohner würde ich auf mindestens 80% schätzen. Es ist wie eine
kleine eigene Kommune und im Zentrum steht Bazar West: ein echter
Bazar!!
| Willkommen im Bazar West |
| Einer der vielen winzigen Gänge zwischen den chaotischen Läden |
| Teil der riesigen Gemüsehalle |
In einem umfunktionierten Lagerhallenkomplex
findet man sich plötzlich zwischen orientalischen Kitsch,
arabischen Essen, sehr netter Leute aber auch zwielichtigen Gestalten
und vor allem einer unglaublicher Vielfalt an Lebensmitteln wieder.
Es ist wie eine echte Parallelwelt. Anders als in der bisher
gewohnten dänischen Welt, die stets mit einer höflichen Distanz
verbunden ist geht es hier sehr laut und bunt zu. Es gibt nichts was
es nicht gibt im Bazar West. Das Gemüse und die Früchte haben eine
klasse Qualität, sind preiswert und man muss nicht riesige Packen
kaufen wie in den Supermärkten. Gewürze, Süßigkeiten, Fleisch,
einfach unglaublich toll! Das könnt ihr sicher anhand der Bilder erahnen.
| Darfs vielleicht noch ein Schweinchen sein? |
| Und noch ein anderer Teil der Gemüsehalle. |
Dann stand ich erst einmal ein paar
Stunden in der Küche bis dann meine Gäste eintrudelten (ich hatte
in einem vorigen Post bereits die südländische Verspätungsmentalität
erwähnt...an diesem Abend stellten wieder die Portugiesen mit 1h
Verspätung den Rekord auf, Bravo.).
Meine Gäste erwarteten (wie ich erst
nach dem Essen erfahren durfte) Sauerkraut und Würstchen. Jede menge
Würstchen. Darum waren sie im Vorfeld bei weitem nicht begeistert
deutsches Essen zu probieren und nahmen die Einladung mehr aus Höflichkeit an(was ich auch erst nach dem Essen
erfuhr). Im Nachhinein erklärt das auch das skeptische Beäugen der
Töpfe zu Beginn in der Küche. Als ich Giulio, einem Italiener aus Turin,
erklärte was Semmel-Knödel sind huschte einen kurzen Augenblick ein
gewisser Ausdruck an Ekel über seine Mimik. Mit seinem italienischen
klischee Akzent erwiderte er nach kurzer Bedenkpause in einem
möglichst höflichen Ton: (ich habe mal zur Vervollständigung eurer
Vorstellung des italienischen Akzents die typischen e's ergänzt)
„Old(e) bread(e), eggs?......and(e)....you are boiling it in water?
…..Listen. Why can't we fry it(e)?Maybe its(e) better?“
Ich vertröstete ihn darauf einfach mal
abzuwarten, schließlich waren es deftige Specknödel mit jeder Menge
Zwiebeln. Der sollte doch laufen.
Wie sich herausstellte hatten die Wenigsten zuvor mal deutsch gegessen, und wenn bestanden die
Erfahrungen nur aus Sauerkraut und Würstchen. Knödel war für all meine Gäste ein komplettes Neuland. Verrückt.
| Die Tafel (was für ein klasse Wort) |
Im Endeffekt waren doch alle sehr
begeistert von der neuen kulinarischen Erfahrung, vor allem die
Portugiesen und Spanier fuhren echt auf den Geschmack ab.
Anschließend ging
es auf den J-Day in der Altstadt: das vorweihnachtliche Spektakel
hier schlechthin. Das ist der Tage an dem „das Jule-øl
(Weihnachtsbier) kommt“. Es gibt eine festgelegte Zeit am Abend ab
der das Bier verkauft wird. Sie verkaufen dieses etwas herbere
Gerstengebräu mit den enthaltenen 5,6% als Starkbier.
Aus diesem Grund gibt es an diesem
Abend auch von den Brauereien Programm. Wie läuft das ab? Man kann sich das ähnlich
vorstellen wie einen Auftritt des Duffmans bei den Simpsons. Man befindet sich in einer Bar,
unterhält sich, süffelt sein Jule-øl, schaut amüsiert einem
dänischen Kerl zu, der in einem komplett weißen Anzug vergeblich
versucht wie Michael Jackson zu tanzen. Plötzlich fährt unter
lauter Musik ein eindrucksvoller LKW vor, die Tür fliegt auf!
| Der LKW fährt vor!!! |
Es
tanzen leicht (aber weihnachtlich) bekleidete Damen herein, gefolgt
von paar starken Männern mit Bierkisten. Die Mädels verteilen
Lippenabdrücke mit Stempeln, leuchtende Buttons (beschriftet mit
„X-MAS“), Weihnachtszipfelmützen und anschließend Freibier.
| Noé wird von einer J-Day Dame beschenkt: Happy J-Day Noé! |
So
unerwartet dieser Spuk einsetzt, so unerwartet hört er auch
plötzlich wieder auf. Es gibt schließlich auch eine Menge Bars in
Aarhus die bedient werden müssen.
Ein paar Impressionen findet ihr bei Youtube unter J-Day:
Oder hier:
| Simples aber effektives Marketing |
| Eine der Bars in der verwinkelten Stadt |
Samstag:
Tagsüber lernen, abends steht eine Helloweenparty im Haus 77
meiner Wohnheimsanlage Skjoldhold Kollegiet an. Haus 77 ist inzwischen der Inbegriff guter Feiern
hier geworden. Die Bewohner des Hauses aus aller Herren Länder sind super drauf und alle auf einer
Wellenlänge. Dieses Mal endlich eine Party mit Motto: Scary Helloween. Nicht gerade kreativ, aber wenigstens etwas! Ich
liebe Mottoparties, aber hier stellt sowas noch eine größere
Herausforderung als in Deutschland dar: da kann man nicht einmal kurz
zu Kik gehen und sich ein Kostüm für 3 Euro zusammenkaufen. Man will kein Geld
ausgeben, und trotzdem kreativ sein. Ich entschied mich als
Phrenologenzombie zu gehen (den Glauben an Schädelvermessung finde
ich schon sehr gruselig). Laborkittel und Brille bekam ich von meinem
Mitbewohner der Chemie studiert, die Haare zum Seitenscheitel gegelt,
ein bisschen bleichen Teint und dunkle Augenhöhlen geschminkt, aus
chinesischen Essensstäbchen und einem Küchengummi in MacGywermanier
ein Kopfvermessungsgerät gebastelt, eine sinnlose phrenologische
Tabelle malen und fertig. Schädelvermessen ist tatsächlich eine super Sache auf um
mit Leuten auf Parties ins Gespräch zu kommen. Kann ich nur empfehlen.
| Der Joker, durch die Phrenologie endlich entschlüsselt: Er hat die Schädelhöhe eines Werwolfes. Kein Wunder hasst er Fledermäuse. |
| Zerschossener Mister T (sein litauischer Name ist zu kompliziert...wirklich!) |
| Was macht Freddie Mercury mit Pacman?!?!...jetzt wirds gruselig! |
| Als es plötzlich kein Klopapier auf der Toilette gab war klar, wer eigentlich ohne Kostüm gekommen war... |
| Von der Standardhelloweenverkleidung bis hin zur Kerze: Alles da! |
| Theo Waigel...das ist nicht gruselig, das gehört verboten! |
| Neue nette Freunde aus der Heimat (konnte ich anhand der Schädelmaße ermitteln) |
| Gangnam Syle war gestern! |
Ansonsten eine klasse Party, die
bis zum frühen Morgen ging. Tolle Leute, viel Spaß, ich war allerdings froh als ich endlich in mein Bett fallen konnte.
Sonntag:
Erholen.
Erholen.
Ja, das war ein Erasmuswochenende.
Nicht vergessen, das ist nur eine Seite der Medaille. Ich muss unter anderem gerade
für ein Seminar für mein Paper 800 Seiten Literatur suchen und durcharbeiten...nein: es
besteht hier nicht alles aus dem Feiermodus. Keinen falschen Eindruck hier bekommen, alles klar?! In diesem Sinne, macht
es gut, ich hoffe es hat euch gefallen.
Bis zum nächsten Mal.
Tobi
Mittwoch, 10. Oktober 2012
„Oktober ist wie November, nur
früher; und früher war alles besser.“
Edmund Stoiber
Oktoberfest in Dänemark? Hört sich
komisch an...ist es auch! Als ich von der Veranstaltung am letzten Samstag im
Studentenhaus (eine Einrichtung der Uni mit regelmäßigen Partys und
Konzerten etc. direkt an der Uni) hörte, spürte ich in mir eine Euphorie
aufsteigen. Da-musst-du-hin! Ein Grund mag wohl das Angebot für
Gäste die vor 21 Uhr kommen gewesen sein: Freier Eintritt
(inklusive Biermaßglas 1L, das man mitnehmen dufte) und einem guten
Preis Leistungsverhältnis (1Maß für 50 Kronen= 6,70Euro). Voller
Elan animierte ich meine Mitbewohner. Nach etwas Überzeugungsarbeit
war eine sechsköpfige Erlebnisreisegruppe für den Abend gefunden.
Der ausgemachte Treffpunkt: 20:15 Abfahrt an der Busstation des
Wohnheims. Da meine Mitbewohner aus ihrer südländischen Heimat auch
ihr Zeitgefühl mitgebracht haben, war es eigentlich absehbar, dass
wir erst später loskommen würden. Ja, vielleicht war ich auch
einfach nur naiv (mit ein wenig Stolz kann ich sogar sagen, dass ich
der Erste war, der zum Abmarsch bereit stand). Um 20:40 Uhr war
endlich auch der Letzte fertig: los geht’s! Wir nehmen den nächsten Bus, Abfahrt
um 20:45. Am Studentenhaus (15 Minuten zu spät für das Angebot
angekommen) bekommen wir die Quittung (im wahrsten Sinne des Wortes).
Teures Eintrittsgeld, und teureres Bier. Toll. Kleiner Dämpfer, aber
da wir wirklich gut drauf waren: Wieso nicht, der Abend wird sicher
noch gut!
Wir zahlen unsern Eintritt bei dem
netten dänischen Herrn in Lederhose, mit einem kleinen grauen
Filzrucksack auf dem Rücken (dazu nachher mehr) und einem kleinen
Hut. Ich muss lächeln, er sieht schon sehr albern aus. Während ich
meine Kronen im Geldbeutel zusammensuche kann ich die wummernden
Bässe hinter der Türe dem lieben Anton aus Tirol zuordnen. Mir wird
schlagartig klar: Nein. Was zum Teufel mach ich hier eigentlich?!
Es gibt wenig was ich mehr verabscheue, als die stereotype deutsche Art zu feiern (a la Ballermann oder gar noch schlimmer wirklich nur auf die Klischees runtergebrochen). Was erwarte ich denn nun bitte von einem „deutschen Volksfest“ im Ausland?! Zu spät, Eintritt ist gezahlt, die ungeduldige Schlange hinter mir drängt mich den unverheißungsvollen Türen entgegen. Die Security Männer (im schicken Anzug mit Knopf im Ohr) öffnen die Türe. Partylichter strahlen mir aus der Dunkelheit entgegen, Anton aus Tirol schreit mich in voller Lautstärke an, wie schön und toll er sei. Dies ist also die Pforte der deutschen Hölle (wir ignorieren einfach mal den Fakt, dass Tirol nicht in Deutschland liegt, um ehrlich zu sein, wenn das die deutsche Hölle ist, dann will ich die österreichische Hölle gar nicht erst sehen..).
Es gibt wenig was ich mehr verabscheue, als die stereotype deutsche Art zu feiern (a la Ballermann oder gar noch schlimmer wirklich nur auf die Klischees runtergebrochen). Was erwarte ich denn nun bitte von einem „deutschen Volksfest“ im Ausland?! Zu spät, Eintritt ist gezahlt, die ungeduldige Schlange hinter mir drängt mich den unverheißungsvollen Türen entgegen. Die Security Männer (im schicken Anzug mit Knopf im Ohr) öffnen die Türe. Partylichter strahlen mir aus der Dunkelheit entgegen, Anton aus Tirol schreit mich in voller Lautstärke an, wie schön und toll er sei. Dies ist also die Pforte der deutschen Hölle (wir ignorieren einfach mal den Fakt, dass Tirol nicht in Deutschland liegt, um ehrlich zu sein, wenn das die deutsche Hölle ist, dann will ich die österreichische Hölle gar nicht erst sehen..).
Wir treten ein. Der Saal ist sehr
dunkel, man erkennt aber ein wenig Dekoration durch Paulanergirlanden
und bayrischen Flaggen. Da es ja schließlich Oktoberfest ist, stehen
überall Tischreihen, als Tischdecke stilecht bayrische Fahnen.
| STIMMUNG!!! |
Allerdings haben die Dänen nicht verstanden, dass das Konzept des
Banksitzens nur was bringt, wenn man den ganzen lieben Tag ab dem
Morgen in Oktoberfestmanier begehen will. Die Situation hier sieht
ein wenig anders aus: Die Leute sitzen im Dunkeln an ihren Tischen,
schweigen sich an, trinken mit ungeschickten Bewegungen aus den
ungewöhnlich großen Gläsern, oder befassen sich mit ihren
Smartphones. Ab und zu werden die Gesichter durch die Strahlen des
ein oder anderen Diskoscheinwerfers erhellt, die von der Bühne aus
ein wenig unkoordiniert durch den Raum huschen. Arm, sehr arm. Die
Stimmung ähnelt eher einer Beerdigung als einem Volksfest (O-Ton
eines Mitglieds meiner Erlebnisreisegruppe: Bob).
Statt dem üblichen Royal Bier aus
Dänemark wird hier heute echtes Paulaner ausgeschenkt. Der ein oder andere Gast und Bedienstete hat eine Tracht an, aber wirklich alle Bedienstete haben einen
kleinen grauen Filzrucksack auf.
...natürlich, es gibt ja nichts deutscheres als einen kleinen grauen Filzrucksack.
...natürlich, es gibt ja nichts deutscheres als einen kleinen grauen Filzrucksack.
| ...selten so etwas deutsches gesehen. |
Ich bin ein wenig überfordert mit der
Situation. Ich muss mir verärgert selbst gestehen, dass meine
Vorstellung der Veranstaltung wohl eher einem utopischen Kurzurlaub
in der Heimat entsprach.
Wir holen uns unsere erste Maß und
setzen uns hin. Neben unserer Gruppe sitzt ein Pärchen. Sie tippt
nur auf ihrem Handy rum, er sitzt lustlos vor seinem halbvollem Glas.
Es fällt kein Wort. In unserer Gruppe jedoch kommt ein Gespräch
zustande, Thema ist natürlich die Erbärmlichkeit des Fests. Meine
Leute stellen mich ernsthaft zur Reden, wie wir Deutschen denn auf
diese Art und Weise Spaß haben können. Da ich selber noch nie auf
der Wiesn war, berichte ich von meinen anderen Volksfesterfahrungen
und distanziere mich aber in jeder Hinsicht von der dänischen
Interpretation.
Der DJ versucht durch das Lied „Cowboy
und Indianer“ Stimmung aufzubringen. Es gelingt ihm nicht. In
diesem Moment dachte ich, ok, das wird nichts mehr. Aber es sollte anders kommen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ausgerechnet deutsche
Wertarbeit den Abend noch wenden könnte: Die Leute waren das
deutsche Paulaner Bier nicht gewohnt! Innerhalb der nächsten halben
Stunde wurden die Leute sichtlich betrunken! Allerdings waren die Meisten aber immer noch
sichtlich unzufrieden mit dem Fest. Klar, wenn man um 22 Uhr in der
Dunkelheit mit ohrenbetäubender Musik an Tischen sitzt (bei der
Lautstärke sich zu unterhalten war echt anstrengend. Hölle Hölle
Hölle..danke Wolfgang Petry, danke für NICHTS!).
| Gebrauchsanweisung zum "Anbandeln" |
Grund genug, meine Leute in die
deutsche Bierzelt-“Hocketse“-Kultur einzuweisen. Deutsche Animateursarbeit
war gefragt. Das wichtigste: „Never forget: always prosting!“.
Aus zierlichen anfänglichen Versuchen wurde in kürzester Zeit
regelrecht eine Prost-Manie. Als ich dann noch nach großer Nachfrage
„Ein Prosit der Gemütlichkeit“ (wurde natürlich auch gespielt
und das nicht nur einmal) in Lautschrift auf eine Serviette
schmierte, konnte ich in den mit grölenden Gesichtern aus Portugal,
Frankreich, Rumänien etc fasst schon ein wenig deutsche
Bierzeltzufriedenheit erkennen. Das Blatt wendete sich, das Bier
lief.
| Anissa und Rui versuchen ihre deutschen Kulturkompetenzen durch das Schunkeln zu erweitern (and don't forget: always prosting!) |
| Auch die Rumänen entdecken das Oktoberfest für sich. |
Langsam ging mir selbst der DJ, der seinen Gesang zur miserablen Musik
mischte (stets parallele Stimmführung, meist im Tritonusintervall,
manchmal aber auch in der None. Wundervoll.) am Allerwertesten
vorbei. So wurde der Abend dann doch noch ziemlich lustig.
| ALWAYS PROSTING! |
Das Ende des Lieds: letzten Bus
zum Wohnheim verpasst, auf den ersten Bus am nächsten Morgen kurz nach 4Uhr
bei Temperaturen um den 0° Punkt warten. Daheim wurden erstmal
gemeinsam die Reste des Mittags gegessen: rumänische Bohnensuppen mit
geräucherten Rippchen. Ein furioses Geschmacksfinale des Abends!
Fazit: Bitter süßer Abend mit der
deutschen Kultur aus einer anderen Perspektive. Ich würde den Dänen
aber trotzdem dringend raten dänisch zu bleiben, die kleinen grauen
Filzrücksäcke sehen einfach wirklich zu albern aus.
Nach dem Erlebnis am letzten Wochenende
werde ich heute Abend aber nun wirklich in die Heimat fahren, da ich
eine Klausur am Südasieninstitut nachschreiben muss. Teils ärgerlich
(die Leute hier machen einen Trip nach Stockholm und ich darf pauken), und doch
erfreulich. Ich mein: wer kommt denn bitte nicht gerne nach Hause?!
So gehabt euch wohl, und bis zu
nächsten Mal
Euer
Tobi
| Nette Verabschiedung meiner Mitbewohner |
Abonnieren
Kommentare (Atom)