"Allen Veränderungen, selbst jenen, die wir ersehnt haben, haftet etwas
Melancholisches an, denn wir lassen einen Teil von uns selbst zurück.
Wir müssen ein Leben sterben, ehe wir ein anderes beginnen können."
Schlaubi Schlumpf
So beginnt es. Ich sitze in einem ICE,
der wie ein Wahnsinniger mit 240 Sachen auf Hamburg zuhält. Bis Juli
in Dänemark, wirklich ein noch so fremder Gedanke. Genau wie auch in
den letzten Wochen und Monaten, allerdings merke ich, dass dieser
Gedanke mit jedem weiteren gewonnenen Meter Richtung Aarhus langsam
aber sicher zur Realität wird. Abgefahren.
So, Dänemark, Aarhus, Gedanke,
Abgefahren...was ist hier eigentlich los wird sich der ein oder
andere fragen.
Ich bin auf dem Weg zu meinem akademischen Auslandsjahr an der Universität Aarhus (Dänemark) in Rahmen des Erasmusprogramms. Was mache ich dort? Ich habe vor mir die restlichen ECTS Punkte für meinen Bachelor Südasienwissenschaften zu holen.
Nun beginnt meine Einführungswoche
morgen und so war ich gezwungen am Schäferlaufsonntag (für alle
nicht Markgröninger: Schäferlauf ist DAS gesellschaftliche
Topereignis Makrgröningens! Wir feiern seit über 500 Jahren die
Treue des Schäfers Bartels, und das in Form eines Volksfests über 4
Tage) morgens um 9:27 in den Zug zu steigen. SCHÄFERLAUFSONNTAG!!
Man will es kaum glauben, eine berechnende misanthropische
Organisation in Dänemark, die etwas damit zu tun hat lässt sich nur
mutmaßen...
| Auf dem Stoppelfeld |
In dieser besagten Nacht verabschiedete
ich mich gegen 5 Uhr noch von den Letzten Helden im Portugies, bei
Maria, beim IP5, am Brunnen, in der Wettegasse und schaltete von
Feiermodus auf Reisemodus (die Koffer packen sich ja leider nicht von
selbst..).
| Spitalbrüder im Dienst |
Ich habe nun den großen Vorteil (wenn man es Vorteil nennen will), dass ich nächstes Wochenende zur Hochzeit meiner Schwester für ein Wochenende wieder nach Stuttgart fahren werde, um am Montag morgen nochmals die gleiche Strecke wieder hoch zu fahren.
Das Gute: Ich kann zwei Mal unbegrenzt
Sachen mit hochnehmen und konnte nun beim ersten Mal relativ schlecht
vorbereitet meine Reise antreten.
Das Schlechte: Streß ohne Ende. Eine Hochzeit ist ja schon streßig, aber parallel noch die Koffer für fast ein ganzes Jahr akkurat zu packen...mir fehlt doch selbst generell bei einem Wochenendsurlaub immer die Hälfte...
Das Schlechte: Streß ohne Ende. Eine Hochzeit ist ja schon streßig, aber parallel noch die Koffer für fast ein ganzes Jahr akkurat zu packen...mir fehlt doch selbst generell bei einem Wochenendsurlaub immer die Hälfte...
Wie komme ich hoch? Ich fahre mit dem
Dänemarkspezialticket der Deutschen Bahn! Interessant für alle die
Lust haben auf einen Besuch zu mir zu kommen: Dieses Ticket kostet
wenn man rechtzeitig bucht nur 40 Euro!!! 10 Stunden fahrt und zack
kommen wir in Aarhus an. Die Reise dauert fast genau so lange wie die
Flugverbindung (läuft alles über Kopenhagen mit ausladenden
Wartezeiten..)
Hier der Link zum DB Ticket:
Inzwischen bin ich irgendwo in der Pampa vor Flensburg. Die kaum zu beschreibende Landschaft des Nordens zieht an meinem Fenster vorbei: Endloser Himmel, endlose Wiesen, immer wieder diese kleinen Häuschen, die aus der Entfernung so gemütlich aussehen, dass man den imaginären Duft des Tees auf dem Herd fast schon wirklich riechen kann. Die Vorfreude wächst!
| Idylle auf der Hinfahrt...sogar mit Windmühle.. |
| ...und Kühen... |
2. Angeln (wie geil muss es
sein, den Fisch, der Abends serviert wird selbst zuvor aus dem Wasser
zu ziehen?!) und falls irgendwie möglich 3. das Segeln (geil! geil!
GEIL!) zu lernen.
Der Vorsatz Dänisch zu lernen ist auch
da! Man drücke mir die Daumen, dass es nicht nur ein Vorsatz bleibt.
Nun, so sieht es aus. Wie es weiter
geht werdet ihr in meinem Blog hier lesen können. Auch hier bitte
Daumen drücken, dass dies nicht auch nur ein Vorsatz bleibt.
Ich werde versuchen euch einen Einblick
in dieses Land und meinen Erfahrungen geben. Dabei werde ich die
Antworten auf Fragen suchen, die mir unter der Zunge brennen wie zum
Beispiel „was isst der gemeine Däne?“,“Was macht den Dänen
zum gemeinen Dänen, und wie nett ist der gemeine Däne?“.
Soweit so gut, schön, dass ihr dabei
seid: lasset die Spiele beginnen!

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