"Es ist nicht damit getan, daß wir uns erstaunt die Augen reiben und
anschließend zur alten Tagesordnung zurückkehren. Die Verhältnisse haben
sich dramatisch gewandelt, und dem gilt es, Rechnung zu tragen."
DJ Achi
Hier sitze ich am Bahnhof Aarhus und warte nach drei unglaublich intensiven Tagen auf meinen Zug der mich zurück in die heile alte Welt bringt. Viel erlebt, Zeit um eine kleine Bilanz zu ziehen. Drei Tage Aarhus, die zu 50% Bürokratie bestanden (was wirklich sehr sehr nervend ist). Beispielsweise braucht jeder, der hier arbeitet oder studiert eine sogenannte CPR Nummer (Central Person Register). Ohne diese Nummer kann man sich nicht einmal bei einem Fitnesscenter anmelden geschweige denn ein Bankkonto oder gar ein Handy bekommen. Für diese Nummer stand ich allein zur richtigen Registrierung über zwei Stunden in der Schlange (um die Formulare im Vorfeld zu bekommen sah es ähnlich aus). Das Gute daran: Man lernt die Leute, die vor und hinter einem stehen wirklich gut kennen. Das ist wirklich unglaublich wie viele Leute man in der kurzen Zeit kennenlernt. Insgesamt gibt es 4 000 Auslandsstudenten an der Universität, das macht 10% der gesamten Masse aus. Südamerika, Portugal, Frankreich, Rumänien, England, Indien, Spanien und viele viele mehr, aber so oft wie nichts anderes hört man die Deutschen!!...wirklich an jeder Ecke lauern die. Ich geh den deutschen Holzmicheln und Holzmichelinchen aber bewusst aus dem Weg, Gespräche sind meist sowieso uninteressant, dagegen hatte ich gestern beispielsweise schon ein starkes Gespräch mit einem Spanier über die Eurokrise. Sehr interessant wenn zwei so Kulturen aufeinander prallen. Da wir alle im selben Boot sitzen namens MS-IchhabewirklichabsolutkeinsozialesNetzwerkundbinhierganzallein fällt es sehr einfach ins Gespräch zu kommen.
So, ich werde mich aber nun mal kurz
halten, die lange Ausführung bekommt ihr ja noch.
Also, ein paar Fakten:
- Dänemark ist wirklich teuer (Billigstes Essen in der Unimensa: Sandwich für ca 3 Euro, dazu gleich mehr..)
- Dänen legen wert auf Design, und geben dafür teilweise anscheinend ihren gesunden Menschenverstand her (was die teilweise tragen, meine Güte, das wurde bei uns schon in den 90ern verboten!)
- Thema gesunder Menschenverstand: Es gibt hier Luxusteuern auf Süßigkeiten und auf Alkohol....dazu möchte ich keinen Kommentar abgeben...die Preise tun jedenfalls richtig weh.
- Dänen haben stets eine unsichtbare und undurchdringbare Wand vor sich. Sie sind sehr (wirklich sehr sehr) nett, aber man kann nicht ohne weiteres durchdringen zu ihnen. Der Weg zu einer echten dänischen Freundschaft scheint mir wirklich lang und steinig.
- Lachssandwichs sind der kulinarische Himmel auf Erden, allerdings stellt sihc mir die Frage wie lang ich Sandwichs an sich noch sehen werden kann. Jeden Tag (köstliche) Sandwichs! Das einzig warme Essen, was ich in den drei Tagen hatte war ein warmes Sandwich...
- Hier gibt es keinen Sommer. Warme (max. 20 Grad) sonnige Tage ist das Höchstmaß der Gefühle, ansonsten ist Regen, Wind und Temperaturen bei 10 Grad angesagt. Und wir haben gerade ende August. Ergo: Ab jeden Tag immer ein bisschen schlechter bis hin zur tiefen Winterdepression. Hoffe ich werde noch vom Gegenteil überzeugt!
- Dänisch ist sauschwer. Ich kann den Namen meiner Wohnsiedlung immer noch nicht aussprechen (und ich habe geübt, jeden Tag...hört sich etwa so an: Skoohhjoojcgiekoollejgiett, Worst Case Szenario: Nachts statt mit dem Bus mit dem Taxi heim zu müssen. Bin gespannt wo mich der Taxifahrer hinbringen wird. )
- Ich bin so was von gespannt auf die auf mich zukommende Zeit!
| Das Rathaus bei Nacht |
Soweit so gut, ich werde nun erstmal
meine letzten Tage in Deutschland genießen, und melde mich dann
wieder von oben wenn ich all den Bürokratiewahn hinter mir habe.
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